2.2 Rhythmisierter Ganztag

2.2.1 Eckpfeiler

2.2.2 Zielsetzung

2.2.3 Rahmenbedingungen

2.2.3.1 Personal

2.2.3.2 Räumlichkeiten

2.2.3.3 Mittagessen

2.2.4 Elemente des Tagesrhythmus

2.2.5 Qualitätssicherung

Die Nachfrage nach Ganztagsplätzen  am Standort Sudermannstraße ist in den letzten Jahren sprunghaft gestiegen. Immer mehr Eltern wünschten für ihre Kinder einen Ganztagsplatz, um ihre Familien- und Erwerbstrukturen mit der Schulzeit ihrer Kinder in Einklang bringen zu können. Eltern benötigten nicht nur eine zeitliche sondern auch eine inhaltliche Entlastung z.B. bei der Erledigung der Hausaufgaben, bei der Freizeitgestaltung, bei Erziehungsfragen, bei Förder- und Unterstützungsmaßnahmen für ihre Kinder. Um diese Bedürfnisse vieler Familien erfüllen zu können und so auch einen Beitrag zur Bildungsgerechtigkeit leisten zu können, bedarf es der intensiven Zusammenarbeit  mit einer Vielzahl unterschiedlicher Professionen, die sowohl Lehrer als auch Erzieher allein in der bisherigen Form der additiven Betreuung (morgens Schule – nachmittags Offener Ganztag) kaum mehr leisten können.

So entstand im Frühjahr 2013  im Kollegium der Ernst-Reuter-Schule am Teilstandort der Gedanke, zum Schuljahr 2015/2016 hier ein erstes Schuljahr in rhythmisierter Form   einzurichten. Dazu wurde eine Arbeitsgruppe, bestehend aus Mitarbeitern des Schulverwaltungsamtes der Stadt Kamp-Lintfort, der Diakonie und der Ernst-Reuter-Schule gebildet, die sich in regelmäßigen Abständen trafen, um ein Konzept zur Pilotphase zu entwickeln.

Um praxisnahe Erfahrungen sammeln zu können, fanden Hospitationen an anderen Schulen statt, die eine Rhythmisierung bereits praktizierten. Des Weiteren wurde ein intensiver Austausch beider Standorte angeregt. In den Lehrerkonferenzen konnte die Arbeitsgruppe regelmäßig über den aktuellen Prozess informieren.    

Im Juni 2014 wurde das Vorhaben einer rhythmisierten Ganztagsklasse am Standort Sudermannstraße in der Schulkonferenz einstimmig beschlossen.

Im Sommer 2015 wurde mit den Umbau- und Renovierungsarbeiten begonnen, so dass die Pilotphase anlaufen konnte.

2.2.1 Eckpfeiler

·         Der Rhythmisierte Ganztag verteilt den Unterricht auf den ganzen Tag

·         Der Pflichtunterricht ist auf Vormittag und Nachmittag verteilt

·         Über den ganzen Tag wechseln sich Unterricht mit Übungs- und Freizeitzeiten sowie Fördermaßnahmen für Schüler und Schülerinnen mit besonderem Bedarf ab

·         Pilotphase: Eine jahrgangsbezogene Klasse mit 20-22 Kindern

·         Klassenlehrerin und Erzieherin im Team

·         Rhythmisierter Tagesablauf:  Montag bis Freitag: 8.00 bis 15.00 Uhr verpflichtend, Möglichkeit bis 16.00 Uhr

·         Balance zwischen Spannung und Entspannung

·         Lern- und erlebnispädagogische Angebote im Wechsel

·         Lernzeiten, in denen an individuellen Lernzielen gearbeitet wird

·         Feste Klassengemeinschaft über den ganzen Tag mit gemeinsamen Essenszeiten

2.2.2  Zielsetzung

·         Förderung des sozialen Miteinanders

·         Stärkung der individuellen und ganzheitlichen Bildung

·         Bessere Voraussetzungen für Kinder mit Lerndefiziten durch Lernzeiten statt Hausaufgaben

·         Intensivierung der individuellen Förderung in Arbeitsphasen durch Doppelbesetzung

·         Ruhigere Arbeitsatmosphäre

·         Alltagsintegrierte Sprachförderung

2.2.3 Rahmenbedingungen

2.2.3.1 Personal

·         Hauptverantwortlich in den Kernzeiten: Klassenlehrerin oder Fachlehrer und Erzieherin

·         Zusätzliche Personalstunden durch: Hauswirtschafts- und Ergänzungskraft, Schulsozialpädagoge, Schulsozialarbeiterin,  Sonderpädagoge und Dipl. Pädagogin

 2.2.3.2 Räumlichkeiten

·         Eigener Klassenraum

·         Gruppenraum mit Spiel-, Arbeits- und Ruhebereich

·         Mensa

·         Toberaum

·         Schülerbücherei

·         Musikraum

·         Weitläufiges Außengelände mit kreativen Spielgeräten

2.2.3.3 Mittagessen

·         Feste Essenszeiten mit der ganzen Klasse

·         Betreuung durch Erzieherin/Lehrerin

·         Vereinbarte Rituale

·         Kindgerechtes Essen

·         Täglich frisch angeliefertes Essen durch das Catering for Kids „Lobies“

·         Wasser, Obst und kleine Snacks über den Tag verteilt

2.2.4. Elemente des Tagesrhythmus

·         Klassenunterricht

·         Feste Rituale (z.B. Morgen- und Abschlusskreis, Klassenrat, Sozialzielecenter)

·         Gemeinsame Mittagessen

·         Erlebnispädagogische Angebote (z.B. Waldprojekte)

·         Unterrichtsgänge

·         Arbeitsgemeinschaften (z.B. sportlich/musisch/künstlerisch, hauswirtschaftlich)

·         JeKits-Unterricht

·         Herkunftssprachlicher Unterricht (bosnisch, türkisch, polnisch)

·         Soziale Trainingsprogramme (z.B. Lubo aus dem All)

è Exemplarischer Tagesablauf im Rhythmisierten Ganztag  

7.15 Uhr:

Möglichkeit zum Frühstücken in der Mensa

7.45 – 8.00:

Offener Unterrichtsbeginn

8.00 – 9.30:

Gelenkte Unterrichtsphase

9.30 – 10..00:

Spiel- und Frühstückspause

10.00 – 11.30:

Offene Unterrichtsphase: Freiarbeit, Wochenplan, selbstständiges Lernen, Freiphasen im Wechsel

11.30 – 11.45:

Spielpause

11.45 – 12.30:

Mittagessen

12.30 – 13.45:

Freizeit/ Erholung

13.45 – 15.00:

Gelenkte Unterrichtsphase bzw. AG’s  und Abschlusskreis

15.00 – 16.00:

Freizeit/ Betreuung im offenen Ganztag für später abzuholende Schüler

2.2.5. Qualitätssicherung

·         Wöchentliche Teamsitzungen (Lehrerin und Erzieherin)

·         Regelmäßige Teilnahme an Fortbildungen

·         Kontinuierliche Treffen der Arbeitsgruppe

·         Teilnahme am Qualitätszirkel der Stadt Kamp-Lintfort

·         Informationsveranstaltungen für Eltern

·         Teamsitzungen aller Ganztagsmitarbeiter

·         Begleitende Evaluation durch den LVR  (Frau Dr. Klein) unter dem Fokus

„Auswirkung der Rhythmisierung auf das Lernverhalten der Kinder“

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